Drehvorrichtung für Bienenbeuten

 

Das ist die Bezeichnung der Erfindung: sie betrifft eine Drehvorrichtung für künstliche Behausungen von Bienenvölkern, die es ermöglicht den Brutraum in eben diesen Behausungen um beliebige Winkelgrade um die Horizontale zu verdrehen, um so eine effiktive Schwarmverhinderung zu bewirken und die Behausung an gewünschter Stelle öffnen zu können. Als angenehmer Nebeneffekt bremst das Drehen die Vermehrung der Varraomilbe.

Aus der Praxis sind bereits Methoden zur Schwarmverhinderung bekant, die ein öfteres Wenden der Brutflächen um 180 Grad beinhalten und so die Produktion von Weiselzellen durch die Arbeitsbienen verhindern, indem die üblicherweise nach unten gerichteten Weiselnäpfchen nach oben gedreht werden.

So ist in Europa schon seit langem bekannt, daß Mobilbau-Wabenrähmchen einfach umgedreht werden können, was allerdings sehr arbeitsaufwendig ist und dann eine längere Störung des Brutnestes zur Folge hat.

Aus Afrika ist bekannt, daß in manchen Regionen Bienenbeuten, bestehend aus ausgehöhlten zweischaligen Baumstammabschnitten, mit Schnüren an Bäumen aufgehängt und im bestimmten  zeitlichen Abschnitten manuell gedreht werden. Problematisch ist hierbei die Honiggewinnung bei der das Nest mit Naturwabenbau teilweise zerstört wird.

Aus Ungarn schließlich sind kreisrunde Wabenrähmchen bekannt, die innerhalb einer zweiteiligen kastenförmigen Brutbeute zentrisch drehbar gelagert sind. Der Nachteil ist hier die umständliche Form der Wabenentnahme und daß die 2 Wabenwandungen feststehend sind, sodaß zwischen Rähmchen und Wabenwandungen nach längerem Drehstillstand Wachsverklebungen entstehen können.

 

Jumbo-Holz-Drehbeute

Metall-Drehbeute nackt

 Keilriemenantrieb

Die Drehvorrichtung für Bienenbeuten ist dadurch gekennzeichnet, daß die Bienenbeute seitlich von je einer kreisförmigen Wandscheibe begrenztwird.

Als besonderes Merkmal stehen die beiden Kreis- bzw. Drehscheiben senkrecht auf je zwei kurzen Rollen, die in einem Tragegestell montiert sind. Dies ermöglicht bereits die manuelle Drehbarkeit der Bienenbeute ohne jeden weiteren mechanischen Eingriff in die Bienenbeute, die als kompakte Einheit einfach aus dem Tragegestell von den Rollen abgehoben werden kann.

Ein Elektromotor (z.B. 12 V- Scheibenwischermotor),der unterhalb der Beute verstellbar im Tragegestell angebracht ist, kann über den Umfang einer der beiden runden Wandscheiben  die Bienenbeute z.B. mittels Keilriemen antreiben.

Für unterschiedliche Bedürfnisse habe ich zwei Basis-Varianten entwickelt: die Holz-Drehbeute in Trogbeutenform und die Metall-Drehbeute in Magazin-Bauweise.

Bei Magazinsystemen wird auf dem Metall-Tragegestell, das in seinen äußeren Maßen entsprechend dem jeweiligen Magazin angepaßt ist , ein hölzerner Zwischenrahmen mit Boden und mittigem Absprrgitter aufgesetzt. Über den Zwischenrahmen können sodann handelsübliche Honig- und Futterzargen sowie Schutzdeckel aufgesetzt werden.

 

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Naturbau-Drehbeute

Warmbau-Drehbeute

Kaltbau-Drehbeute

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Die Metall-Drehbeute

Die Drehbeute selbst besteht aus den beiden kreisrunden Seitenscheiben, z.B. aus wasserfesten Siebdruckplatten, die miteinander z.B. über vier Gewindestangen verbunden sind und dazwischen ein, zwei oder mehr Schutzdeckel aus Holz oder Kunststoff haben, die das Brutnest schützen. die Schutzdeckel können z.B. über integrierte Schubriegel in den Seitenscheiben verriegelt werden. Üblicherweise ist je ein Schutzdeckel vorne und hinten angeordnet, wobei oben und unten zwischen den beiden Deckeln über die Länge der Beute Öffnungen entstehen, die je nach Drehlage unten als Eingang zur Beute wie auch nach Drehung um 180 Grad als Übergang zum Honig- bzw. Futterraum fungieren.

Um zu vermeiden, daß während der Drehung der Beute über die Öffnungen Bienen z.B. im Bienenhaus falsch ausfliegen, ist das Tragegestell der Drehbeute mit einfach aushebbaren Blechen auf allen vier Seiten versehen, wobei zusätzlich eine dünne Bodenplatte das Entweichen der Bienen nach unten verhindert. Ein vorne angebrachter Fluglochkeil bestimmt die Ausflugöffnung. Gleichzeitig ist hierdurch ein otimaler Wetterschutz gegeben.

Die Drehbeute kann von oben als auch von vorne und hinten geöffnet und bearbeitet werden. Für die Bearbeitung von hinten genügt ein herausnehmbares Blech bei drei feststehenden seitlichen Wänden, weshalb diese Grundvariante prinzipiell dann auch in Holzausführung gebaut werden kann.

Blechverkleidung

Zwischenrahmen

Schutzdeckel

Steuerung und Elektrik

Die Anlage wird mit 12 V -Kleinstrom betrieben und ist daher ungefährlich und kann auch im Freien betrieben werden.

Die Bestandteile der elektrischen Anlage sind:

  • 12 V Autobatterie
  • 12 V Scheibenwischermotor
  • Mini-Endschalter
  • Kfz-Druckknopf
  • Ein-/Ausschalter
  • Kfz-Zeitschaltuhr
  • Universal-Zeitschalter
  • Sperrdioden
  • Kabel, Dosen, Stecker

Die elektrische Anlage kann aus  preiswerten käuflichen Elementen zusammengestellt werden und gleichzeitig 5 bis 8 Dreheinheiten ansteuern.

Elektrische Anlage -Prototyp

12-V- Zeitschaltuhr und Endschalter-Ansteuerung

Die Zeitschaltuhr kann 2 Mal pro Tag ein- und ausschalten, d.h. die Drehbeute kann bis zu 2 mal pro Tag  um 180 Grad gedreht werden. Bei Erreichen der exakten 180 Grad-Stellung schaltet der Mikro-Endschalter ab, sodaß ein eventueller Schlupf beim Drehen ohne Auswirkung ist.

Bei der Jumbo-Drehbeute zeigt bei zweimaligem Drehen abends und morgens die Ausflugrichtung immer in die gleiche Richtung.

Über einen Druckknopf kann jede Beute für sich bei Bedarf um beliebige Winkelgrade gedreht werden.

 

An dieser Stelle möchte ich meinem Imkerkollegen Elektromeister Hugo Limpert für die Unterstützung danken.

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Drehbeuten

   ROMUALD HOFMANN

c)Hofmann    Stand 01.06.2005