Spezialisten berichten, daß in kleinen Zellen z.B. mit weniger als 4,9 mm Zellmaß automatisch eine Varroafestigkeit entsteht, weil die Varroa-Milben sich darin nicht entwickeln könnten.

Es ist aber in Wirklichkeit anzunehmen, daß das Füllvolumen der Zelle entscheidend ist. Werden also von Natur aus größere Bienenlarven in vorgegebene kleinere zellen gezwängt, dann wird die Beweglichkeit der Milben aller Wahrscheinlichkeit nach eingeschränkt und damit ihre Vermehrung reduziert.

Wird aber in den kleineren Zellen wiederum eine nätürlicherweise kleinere Bienenlarve wie die der Primorski-Biene eingeschlossen, dann geht dieser Effekt vermutlich wieder verloren.

 

Meine Versuche mit Mittelwänden von 4,9 mm und 5,1 mm Zellmaß haben ergeben, daß diese in der Regel von P-Völkern  gut ausgebaut werden, die P-Völker aber trotzdem zugrunde gehen können, der Einfluß des Zellmaßes daher nur ein Faktor unter anderen ist.

Trotzdem ist die Umstellung bei Primorski-Bienen empfehlenswert; es ergeben sich schöne geschlossene Brutbilder und es kann ein Abstammungs-Nachweis sein.

 

 Kleine Bienen

Kleine Zellen

Es ist bekannt, daß Flachland-Bienen in der Regel kleiner sind als Gebirgs-Bienen. dies gilt selbst in Afrika für die Monticola-Biene. Nach neueren Gen-Untersuchungen sind die Monticola-Bienen mit den sie umgebenden Adonsonii-Bienen doch eng verwandt. Es sind nur die unterschiedlichen Lebensräume, die zu verschiedenen Körpergrößen und Farbbildungen führen.: In kälteren und luftigeren Regionen ist das größere Körpervolumen eindeutig von Vorteil, evtl. auch die dunklere Färbung.

Hier tritt ein offensichtliches Problem der Primorski-Biene zutage: aufgrund der kleineren Körpergröße könnte sich der an bestimmten Standorten verstärkt auftretende Frühjahrsschwund teilweise erklären lassen; insbesondere wenn Kaltluftseen und kalte Luftströmungen in der Nähe sind entwickeln sich P-Völker im Frühjahr so gut wie gar nicht und müssen sogar noch zugefüttert werden.

 Aus dem gleichen Grund erfolgt bei Original-P-Völkern der tageszeitliche Ausflug erst bei höheren Tagestemperaturen als bei einheimischen Bienen. D.h. auch die Tagesflugdauer ist geringer. Besonders bei Aufstellung im Schatten ist die Entwicklung gebremst.

Bei letzterem Punkt habe ich inzwischen recht gute Zucht-Resultate erzielt, jedoch besteht nach wie vor die Gefahr der genetischen Aufspaltung.

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   ROMUALD HOFMANN

c)Hofmann    Stand 01.06.2005