Inzwischen wurde wissenschaftlich festgestellt, daß sich Varroa.-Milben bei hoher Luftfeuchtigkeit besser vermehren; gegenüber trockenen Umgebungsbedingungen sind sie sehr empflindlich.

In den heissen Niederungen tropischer Länder mit trockener Luft ist die Varroavermehrung deutlich geringer als in höheren feuchteren Gebirgsregionen der gleichen Gegend.

Dies könnte eine Erklärung sein für das Phänomen, daß Primorski-Völker nach Drohnen-Abtrieb ab August von sich aus enorme Milbenmengen abwerfen und sich so selbst von ihnen reinigen können.

Nach meinen Feststellungen ziehen sich die Bienen in dieser Zeit bei auch oft hohen Außentemperaturen vom Brutnest zurück. Daraufhin schlüpfen in einigenVölkern nicht mehr alle Jungbienen und einige strecken nur noch ihren Kopf heraus und bleiben in der Zelle stecken. Erkenntlich ist dies auch an vielen Leichenteilen auf dem Bodenbrett. Die Ursache der verminderten Schlupffähigkeit liegt vermutlich in der reduzierten Luftfeuchtigkeit. Bekanntlich sind auch Vögel, insbesondere Fasanen kurzzeitig beim Schlupf  auf eine erhöhte Luftfeuchtigkeit von teilweise über 90 % angewiesen.

Die unterschiedliche Schlupffähigkeit bei den Bienen kann nun ebenfalls genetisch bedingt sein. Bei mangelhafter Schlupffähigkeit eines Teils der Jungbienen kann das Bienenvolk, besonders wenn eine mehrfache Wiederholung des Trockenlegungsaktes infolge Reinfektion über einen längeren Zeitraum erfolgt, zunehmend schwächer werden bis zum bitteren Ende und zwar gerade bedingt durch die Fähigkeit diesen Akt auszuführen. Einen direkten Rückschluß auf die Varroa als Todesursache kann man dann kaum führen. Lediglich einige wenige flügelverstümmelte Arbeiterinnen mögen ein Hinweis sein.

Königinnen mit bei niedriger Luftfeuchtigkeit erhöhter Schlupffähigkeit könnten im Brut- apparat künstlich durch Regulierung der Luftfeuchtigkeit selektiert werden. Vermutlich geschieht das Gleiche auch bei der künstlichen Weiselzucht in Primorskivölkern.

Es ist davon auszugehen, daß sich lange Trachtperioden und starke Zuckerwasserauffütterungen durch anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit in der Bienenbeute negativ bemerkbar machen. Die besten Überlebenschancen haben daher vermutlich Völker die auf nicht kandiertem honig eingewintert werden.

Auch die Aufstellung der Beuten im Schatten oder ihre Konstruktion selbst kann zu erhöhter Luftfeuchtigkeit - Schwitzwasser- im Inneren führen.

In diesem Frühjahr 2005 haben bemerkenswerterweise jene Völker am besten überlebt, die im Herbst einen sehr engen, gut abgeschotteten Brutsitz hatten bei gleichzeitig starker Propolisverwendung und bemerkenswert aktiver, wenn auch teils räuberischer Art der Futtereinlagerung.

 

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Luftfeuchtigkeit

   ROMUALD HOFMANN

c)Hofmann    Stand 01.06.2005