Ist es nicht erstaunlich, daß wie kürzlich im Imkerfreund berichtet in Indien Bienenvölker europäischer Abstammung keine Varroamilben bzw. so wenige haben, daß sie nicht zu sehen sind?
Eine mögliche Erklärung wäre nun, daß der koreanische Killertyp der Varroamilbe gar nicht bis nach Indien vorgedrungen ist, daß es also gewissermaßen einen Sperrgürtel durch andere Bienen, die varroaresistent sind, gibt.
Die andere Erklärung wäre, da ja die Indische Honigbiene (IHB) ursprünglichTräger der Varroamilbe ist, daß die Varroamilben in ihrem Stammgebiet natürliche Feinde haben, daß sie also wenn sie in größerer Menge auftreten automatisch von diesen dezimiert werden.
Bekanntlich gibt es in unseren Bienenvölkern eine große Anzahl (mehr als 30) Mitbewohner, Insekten aller Art, die sich in deren Behausungen gütlich tun ohne richtig aufzufallen.
Weiterhin ist es denkbar, daß es Pilze, Viren oder Bakterien gibt, die automatisch die Milben befallen, wenn sie in großer Anzahl vorkommen.
Bekannt ist auch, daß Ameisen innerhalb des gesamten Bienenvolks herumlaufen und lebende wie tote Varroamilben mit Vorliebe hinaustragen. Auch Ohrwürmer sind zu finden und kleine Käferchen, die das Gemüll durchsuchen.
All diese Lebewesen könnten potentiell bewirken, daß Bienenvölker lokal Milbenattacken überleben ohne selbst im eigentlichen Sinne “resistent” zu sein, vorausgesetzt diese Lebewesen werden nicht selbst immer wieder durch chemische Behandlungen mitvernichtet.
Leider gibt es zu diesem Thema nur wenig Forschungsarbeit und -erkenntnisse.!
Nachdem ich in 2004 bei den meisten meiner Versuchsvölker meine hochwirksamen Ameisen- und Mäuseschutz-Gestelle eingesetzt hatte waren zumindest die Ameisen aus- geschlossen. Möglicherweise liegt hier mit ein Grund für meine recht hohen Verluste seit Mitte 2004 vor.
In Zukunft werde ich diese mit Öl gefüllten Insektensperren nicht mehr einsetzen, aber auch keine Milben mehr zählen - das ist bei sogenannten Vitalitätstests auch ohne Bedeutung

ROMUALD HOFMANN
c)Hofmann Stand 01.06.2005