Allgemeiner Stand  2003

Die ersten Primorski-Versuchsvölker wurden im Jahr 2000 aus den USA nach Kanada, Deutschland und Luxemburg exportiert. Es handelte sich um Direktnachzuchten von Prof. Rinderer, die als selektierte Pseudo-Linien einen mehr oder minder hohen Verwandschaftsgrad besaßen. 3 Institute in Deutschland bekamen sogar je eine bestimmte Anzahl Königinnen zum Ausprobieren kostenlos, mit der Auflage keine Nachzuchten zu verbreiten.

Alle durchgeführten Versuche weisen auch in den verschiedenen Ländern Gemeinsamkeiten auf. In der Regel waren es Vergleichstests mit 3 Gruppen:

  1. rein begattete P - künstliche Besamung
  2. P-Hybriden - Drohnen oder Königin mit reiner P-Abstammung
  3. Heimische Hochleistungsbiene z.B. Carnica, Buckfast, Ligustica, etc.

Die 3 Gruppen wurden meist in wenigen Metern getrennt voneinander aufgestellt - gut zu sehen auf Internetbildern aus Oregon/Kanada.

Die Varroafestigkeit wurde fallweise ermittelt über aufwendige Ausräumtests, Zählungen des Milbenfalls, Milbenauswaschungen, Mikroskopie von Milbenverletzungen und nicht zu vergessen über Varroa- Diagnosebehandlungen,  z.B. 3-malige Ameisensäurebehandlung, Teilweise wurden zugleich Mittel gegen die Tracheenmilbe eingesetzt.

Ergebnisse von Überlebenstests sind aus Kirchhain/Deutschland, Luxemburg (FUAL-Zuchtgruppe) und Oregon/Kanada außerhalb Rußlands und den USA bekannt.

In fast allen Vergleichstests haben rein begattete P-Bienen eine bis zu 30 % geringere, statistisch nicht signifikante Milbenzahl, als bei den heimischen Bienen gezeigt bei gleichzeitig oft “statistisch signifikant” geringerer Honigleistung. Die Ursachen für diese Versuchsergebnisse wurden nicht ergründet. Niemand hat je angezweifelt, ob herkömmliche Standard-Vergleichstests im Falle der Varroamilben-Widerstands- fähigkeit angebracht waren und welche Aussagen sie unter welchen Bedingungen eigentlich nur liefern können.

Obwohl in Kirchhain schon erfolgreiche Überlebenstests mit 60% Überlebensquote gefahren worden sind, setzt man im dort beheimateten “Verein für Varroatoleranzzüchtung” weiterhin im bundesweiten Maßstab auf dreimalige Ameisensäure-Diagnosekontrolle von ausgesuchtem “Carnica”-Material.
In Luxemburg hat die Buckfast-Gemeinschaft die ersten 3 überlebenden Buckfast-P-Hybriden mit Anatolica- Abstammung zur Weiterzucht freigegeben.
Im kanadischen Winter 2001 überlebten 4 von 22 reine P-Direktlieferungen aus den USA. Von 2 dieser zusätzlich klimatisch selektierten P-Völkern züchten die Kanadier seit 2002 nach und sind offenbar voll Optmismus.

In den USA mit anderen klimatischen Verhältnissen - Ligustica-Gebiete - ist inzwischen eine weitere Verbreitung erfolgt. Auch hier sind die Meinungen sehr unterschiedlich. Aber es ist erstaunlich: auch in den USA können Imker “ihre Biene” lieben, insofern sie sich mit ihr und ihrem Verhalten identifizieren können. So gibt es jetzt bereits die ersten Primorski-Liebhaber in den USA, aber auch entschiedene Gegner.

 

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Stand 2003

   ROMUALD HOFMANN

c)Hofmann    Stand 01.06.2005