Vorwort

Im Jahr 2000 wurden die ersten Primorski-Königinnen vom USDA-Institut, Prof. Rinderer aus den USA wieder auf den eurasischen Kontinent gebracht.
Nach 3 Jahren Euphorie und Vergleichs- sowie Überlebenstests wurden die unterschiedlichsten Ergebnisse mit zum Teil sehr großen Kosten, bestenfalls geringem Nutzen, aber eher abschreckenden Inhalten kreiert. Als ehemaliger interessierter Wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Fraunhofer Institut auf dem Gebiet der Robotertechnologie traue ich nur Versuchen, die ich nachvollziehen kann und die ich sebst gemacht habe. Und als Imker traue ich nur den Bienen, die ich selbst kennengelernt habe. Diese Erfahrung durfte ich bereits mit 3 Jahren machen als ich mich vor dem Bienenstand meines Vaters mit einem Dreirad bei vollem Flugbetrieb vorbeiwagte und anschließend der Onkel Doktor mehr als 30 Bienenstiche zählte.
Die Primorski-Bienen erinnern mich stark an die Bienen jener vergangenen Zeit; auch ihnen ist noch sehr viel Ursprünglichkeit geblieben - vor allem aber sind sie fähig im Überlebenskampf mit der Varroa das Gleichgewicht zu bewahren und sie haben auch zukünftig die besten Voraussetzungen im Fall des Falles den Kleinen Bienenstockkäfer ohne stressige Varroa-Behandlungen  durch starke Putzfreudigkeit in Schach zu halten. Und es gibt ernstzunehmende Wissenschaftler, die davon ausgehen, daß der Kleine Bienenstockkäfer so wie in Kanada  eines Tages auch in unseren Klimabreiten sein Unwesen treiben wird
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Ich bin überzeugt, daß es uns in Europa gelingen wird Bienenpopulationen hervorzubringen, die sich an veränderte globale Bedingungen aller Art anpassen, wenn der Natur und ihren Selektionsmöglichkeiten mehr Raum zugestanden wird.

Noch verstecken sich die wenigen erfolgreichen “Primorski”-Züchter in Deutschland, die keine Varroa- behandlung mehr durchführen. Nach Demonstrationen der Erfolglosigkeit seitens bestehender Inter- essenverbände ist nun die Gründung einer Gemeinschaft der Primorski-Züchter angebracht zur Ergänzung der bunten Vielfalt bereits existierender Organisationen. Der Name “Primorski” soll als Her- kunftsbezeichnung  für Züchtung auf Natürlichkeit und Krankheitsresistenz aller Art stehen und nicht für Züchtung auf falsch verstandene “Rasse”-Merkmale, auch nicht geographischer Art. Honigleistung und Verträglichkeit werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Ausblick

Es verlangt viel Engagement und Frustrationstoleranz auf eine andere Bienenherkunft umzusteigen und zusehen zu müssen wie “wertvolle” Bienenvölker sterben, wenn keinerlei Varroa-Behandlungen mehr durchgeführt werden. Aber dies geschieht nur einmal und erfahrungsgemäß ist dieses Stadium nach 3 Jahren überwunden. Und dann ist man als Imker reichlich entschädigt.

Gewiß habe ich persönlich viel Zeit und Geld in die Umstellung hineingesteckt, obwohl  von allen Seiten, insbesondere von renommierten Instituten, Warnungen kamen in solche teuren Königinnen kein Geld hineinzustecken bis die Institute selbst so weit wären. Bei den jetzigen Methoden und Ergebnissen kann das aber noch 20 Jahre (Aussage einer Imkermeisterin einer bay. Landesanstalt in Donaueschingen 2003) dauern. Auch wenn ich selbst keinen direkten Gewinn aus meinen Zuchterfolgen erzielen kann, so freue ich mich doch wieder an meinen lebendigen Bienenvölkern, spare Zeit und Geld durch unterlassene Varroabehandlungen und Honiguntersuchungen und kann doch ruhigen Gewissens meinen Kunden Honig anbieten, der Bio-Verbänden als Vorbild dienen kann.

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Primorski-Bericht 2003

   ROMUALD HOFMANN

c)Hofmann    Stand 01.06.2005